Dampfplauderei

Anfangs wurde viel telefoniert oder es wurden Einladungen verschickt, um die weiträumig verstreut wohnenden Interessenten zu Besprechungen und Erfahrungsaustausch oder einfach zum Ratschen zusammenzubringen. Irgendwie bildete sich dann 1972 unser Stammtisch, zuerst in "Sedlmeyer´s Waldwirtschaft" in Unterhaching. Schon im Jahr darauf zogen wir um in die "Pschorr-Klause" ein paar Straßen weiter und blieben dort bis 1979. Im "Ayinger Hof" in Neuperlach hatten wir Mühe, das große Nebenzimmer zu beleben, immer öfter wurden wir an irgendeinen Tisch im Hauptraum verlegt. Ab 1984 erholten wir uns in den "Torbräu-Stuben" am Isartorplatz von der Parkplatzsuche. Auch das ging vorüber, es sollte renoviert werden und wir freuten uns ab 1987 über ein geräumiges Nebenzimmer im "Meisterverein" hinter dem Ostbahnhof. Aber nicht lange, dann wurde auch hier umgebaut und wir mußten wieder auf die Suche gehen. Seit 1989 sitzen wir im "Balanhof" in Giesing und haben schon eine Renovierung überstanden.

Es bestand ja schon immer der Wunsch, einen Nebenraum zur Verfügung zu haben, um auch Filme, Dias und Videos vorführen zu können; die Qualität der Küche spielte auch eine große Rolle. Leider mußten wir unsere Ansprüche im Lauf der Jahre herunterschrauben, und sind heute schon froh, wenn wir wenigstens einen Tisch bekommen.

Seit seiner offiziellen Einführung wußte man zwar, wann der Stammtisch stattfand, es war aber immer spannend, wen man antreffen und worüber man reden würde. Mal fanden sich nur drei Geister im menschenleeren Lokal ein, mal ging es zu wie beim Salvatoranstich. Die Themen waren äußerst vielfältig, man erfuhr viel Wissenswertes aus allen Bereichen der Technik, fast nebenbei auch über Eisenbahnen. Oft gab es Kostproben aus den heimischen Bücherschränken und manch metallisches Wunderwerk zierte den Tisch und bot Anlaß zu meist nicht sehr ernsten Diskussionen über dessen Zustandekommen. Als wir noch ruhige Nebenzimmer zur Verfügung hatten, gab es auch gelegentlich Film- und Diavorführungen; im "Ayinger Hof" wurde sogar einmal eine elektrisch beheizte HO-Dampflok auf einem langen Gleis vorgeführt. Nach dem Abbau konnte man den Verlauf der Strecke auf der Tischdecke nachvollziehen, was möglicherweise das Wohlwollen des Wirtes beeinflußt hat.


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